Istanbul

Seit 2007 sind die Deutsche Schule Istanbul (DSI) und die Freiherr-vom-Stein-Schule (FvS) schulpartnerschaftlich verbunden: Im Juni 2007 traf sich zum ersten Mal eine Delegation deutscher Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Frau Rütt-Hamacher und Herrn Dr. Munsch mit Schülerinnen und Schülern der DSI in Istanbul, um die zukünftige Zusammenarbeit vorzuorganisieren und einen ersten “Mini-Austausch” durchzuführen.

Am Ende dieser Seite können Erfahrungen der FvS-Teilnehmer gelesen und auch einige Bilder aus Istanbul angesehen werden.

Eine junge Tradition

Mittlerweile hat sich der Austausch der beiden Schulen im Rahmen unseres Schwerpunktes “Interkulturelles Lernen” als eine (junge) Tradition etabliert.

Jedes Jahr (im Mai) erkunden ca. 20 Schülerinnen und Schüler der FvS- Schule eine Woche lang die Stadt Istanbul anhand eines eigens zusammen gestellten Programms, nehmen am Unterricht der DSI teil und leben mit ihren Austauschpartnern in türkischen Familien vor Ort.

Beim Gegenbesuch unserer Gäste (im Juni) in Frankfurt bringen wir den türkischen Schülerinnen und Schülern unsere Stadt, Kultur und Lebenswelt nahe. Neben Unterricht und vielen kulturellen Programmpunkten steht auch hier das Miteinander der Austauschpartner im Vordergrund.

Unsere Gäste (ca. 15 Jahre alt) absolvieren in der 9. Klasse in ihrer Heimatstadt einen Intensivkurs Deutsch, um im Anschluss ohne Schwierigkeiten an der DSI unterrichtet werden zu können. Für die türkischen Schülerinnen und Schüler ist der Aufenthalt in Frankfurt eine tolle Gelegenheit, die neu erlernte Sprache anzuwenden, Stadt und Kultur kennen zu lernen und nicht zuletzt neue Freundschaften zu schließen.

Ziele und Hintergründe des Austauschs

Für die FvSler ist der Austausch eine hervorragende Gelegenheit, Land und Leute vor Ort in der Türkei kennen zu lernen, eine interessante Woche in einer der spannendsten Metropolen Europas zu erleben und zu entdecken wie das Leben an einer Deutschen Schule im Ausland aussieht.

Im Vordergrund unseres Austauschs steht natürlich die persönliche Begegnung der Schülerinnen und Schüler, die in direktem Austausch, gemeinsamer Arbeit an verschiedenen kulturrelevanten Themen und im gemeinsamen Entdecken der fremden und der eigenen Stadt, Gelegenheit haben, die jeweils andere Kultur (und Sprache) kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen, die über die aktuelle Begegnung hinaus Bestand haben können.

Damit können wir einen aktiven Beitrag dazu leisten, Völkerverständigung zu leben und (Vor-)Urteile gegenseitig abzubauen. Obwohl die Türkei unser Nachbarland ist und seit geraumer Zeit in den Medien präsent (nicht zuletzt wegen des vieldiskutierten potentiellen EU Beitritts), wissen die meisten über gängige Stereotype hinaus doch recht wenig über dieses vielseitige Land. Dieser Austausch ist die Möglichkeit eigene Erfahrungen zu sammeln und sich sich in vielerlei Hinsicht auf eine spannende Reise zu begeben.

Vorbereitung auf den Austausch:

Im Vorfeld wollen wir uns auf die Begegnung durch Email Kontakt zu den türkischen Schülerinnen und Schülern und gemeinsamer Planung des Austausch vorbereiten. Dazu werden wir Texte lesen, Filme von Fatih Akin sehen, türkische Musik kennen lernen und in einem typischen Istanbuler Restaurant hier in Frankfurt zu Gast sein.

Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klasse. Ab November wird eine Liste im Sekretariat ausliegen, in die Ihr Euch eintragen könnt, um zum ersten Vorbereitungstreffen eingeladen zu werden, an dem alle wichtigen Information gegeben werden und Ihr Fragen stellen könnt. Eine verbindliche Anmeldung wird erst später nötig sein.

Verantwortliche Lehrer für den Istanbul Austausch sind:

Herr M. Munsch (munsch@freiherr-vom-stein.de)
Frau U. Rütt-Hamacher
Herr P. Wellner

Einige Stimmen von Teilnehmern des Austauschs:

Istanbul – Ein Erfahrungsbericht von Paula Bertsch

Da ich noch nie in der Türkei war, freute ich mich sehr auf das neue Land und vor allem auf die Stadt Istanbul. Jetzt im Nachhinein würde ich sagen, dass Istanbul die beeindruckendste Stadt ist, in der ich bisher war. Es lohnt sich auf jeden Fall einmal dort hinzufahren. Die Stadt ist riesig und die Menschen alle extrem freundlich.

In Istanbul treffen verschiedene Kulturen aufeinander: das moderne und das alte Istanbul, die Paläste und die Religionen. Diesen Unterschied sieht man auf den ersten Blick an der Kleidung, einerseits Miniröcke und tiefe Ausschnitte und andererseits Kopftücher. Der Verkehr hat mich besonders beeindruckt. Was dort als ganz normaler Verkehr bezeichnet wird, wäre bei uns ein riesiger Stau.

Da ich jeden Morgen mit dem Bus zur Schule gefahren bin, konnte ich feststellen, dass auch die Busfahrer viel netter sind als in Frankfurt, sie halten auch noch einmal nach der Station an und öffnen Passanten die Tür. Und auch während der Fahrt konnten Leute zu- und aussteigen.

Anders als bei uns haben die Schulen in Istanbul Schulbusse, die die Schüler morgens vor der Schule zu Hause abholen. Die deutsche Schule Istanbul hat, wenn ich mich richtig erinnere, ca. 20 Busse, von denen uns einer ständig zur Verfügung stand.

Die türkischen Schüler und zwei Lehrerinnen hatten ein interessantes Programm für uns zusammengestellt. Vormittags haben wir meist für zwei Stunden am Unterricht teilgenommen und anschließend ein Kulturprogramm in der Stadt absolviert oder einen Ausflug gemacht. Unter anderem haben wir die Hagia Sophia und den Sultanspalast gesehen, die blaue Moschee, den großen Basar, und den Galataturm besucht. Wir sind den Bosporus zum schwarzen Meer hinauf gefahren und dabei die faszinierende, wechselhafte Architektur und Natur an den Flussufern Europas und Asiens betrachtet. Auch die Fahrradtour auf den Prinzeninseln und die gemeinsamen Spaziergänge durch die Stadt waren ein Erlebnis.

Am späten Nachmittag und Abend hatten wir immer Zeit für uns, die wir in den Gastfamilien verbrachten oder die wir nutzten, um die Stadt zu besichtigen, bzw. einkaufen zu gehen. Meistens verbrachten wir den Nachmittag jedoch mit den anderen Austauschschülern.

Dann war diese eine, viel zu kurze Woche auch schon wieder rum.

Kommunikation mit den Austauschpartnern und Leben in den Gastfamilien
- Ein Bericht von Marie Bertsch
Wir haben uns alle sehr gut mit unseren Austauschpartnern verstanden und auch die Kommunikation verlief ohne große Probleme. Die türkischen Schülerinnen und Schüler sprachen sehr gutes Deutsch, da sie seit ca. 3 Jahren komplett deutschen Unterricht haben. Sie haben zwar noch manche Fehler gemacht, z.B. bei Artikeln, haben sich aber meist selbst verbessert oder gefragt, wie es richtig geht. Die Schüler waren zum Glück alle sehr nett und wir haben uns gut mit ihnen verstanden.

Wir waren alle sehr zufrieden mit unseren Partnern und haben auch alle noch weiterhin Kontakt mit den eigenen und auch den Austauschschülern der jeweils anderen. Wir haben bereits abgemacht, dass  entweder wir erneut nach Istanbul fliegen oder sie uns in Frankfurt besuchen kommen.

Auch die Gastfamilien waren bei allen in Ordnung. Bis auf Sedas Familie habe ich zwar keine der anderen kennen gelernt, kam mit meiner aber sehr gut zurecht. Meine Austauschschülerin Esen, die 17 Jahre alt ist, hatte auch eine vierzehnjährige Schwester Yasemin in meinem Alter, die auch sehr nett war. Sie kann zwar kein deutsch, da sie auf einer anderen Privatschule ist, ich konnte mich aber auf englisch gut mit ihr unterhalten.

Die Eltern von Esen waren auch sehr nett, ich habe mich viel mit ihnen unterhalten, auch wenn auch sie kein deutsch konnten, zum Glück aber sehr gut englisch. Es war eine sehr moderne, jüdische Familie. Die Familie von Paulas Austauschschülerin war ein wenig traditioneller. Sie entsprach mehr den üblichen Erwartungen. Die meisten Familien waren sehr wohlhabend, die Schüler besuchen ja auch eine der besten privaten Schulen in Istanbul.

Besonders meine Familie war relativ reich, sie hatten sogar ein Dienstmädchen, das rund um die Uhr anwesend war, Essen machte, aufräumte, putzte etc. Außerdem besaßen sie ein großes Anwesen auf den Prinzeninseln, an dem sie auch einen großen Pool hatten.

Ich kann diesen Austausch auf jeden Fall weiterempfehlen und bin sehr froh, dass ich teilgenommen habe.

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