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Bundesweiter Vorlesetag an der Freiherr-vom-Stein-Schule

21.11.25 Bundesweiter Vorlesetag; Lesung „Der Tag an dem ich sterben sollte“ von Said Etris Hashemi

Stellt euch vor, ihr wärt an einem öffentlichen Ort, und plötzlich platzt ein Mann mit einer Waffe herein und beginnt, wild herumzuschießen. Genau das ist am 19.02.2020 in Hanau passiert. Beim Anschlag in Hanau hat ein Mann neun Menschen aus rechtsextremen Motiven umgebracht.

Am Freitag, den 21. November 2025, hat sich einer der Überlebenden des Anschlags, Said Etris Hashemi, freundlicherweise dazu bereiterklärt, die E-Phase über den Anschlag aufzuklären und uns seinen Bestseller „Der Tag, an dem ich sterben sollte“ vorzustellen. So fand sich die E-Phase in der 3./4. Stunde im Auditorium zusammen, um seinen Worten zu lauschen.

Bevor er kam, leitete Monika Wittkowski, die Sprecherin von Amnesty International für den Bezirk Frankfurt, die Veranstaltung ein. Sie erklärte, dass Straftaten mit rechtsextremistischen Motiven über die Jahre zugenommen haben und wie Rechtsextremismus unsere Gesellschaft beeinflusst. Damit bildete sie eine perfekte Einleitung für das, was danach kommen würde.

Said Etris Hashemi liest aus seinem Buch „Der Tag an dem ich sterben sollte“

Anschließend betrat Hashemi die Bühne und stellte sich uns vor.
Er begann zu erzählen, dass er selbst bei dem Anschlag verletzt wurde, im Koma lag und seinen Bruder verloren hatte.
Diese Belastung war schwer für ihn, und er tauchte ein Jahr lang unter. Dann beschloss er jedoch, dass er sich durch den Anschlag nicht das Leben nehmen lassen wollte. So gründete er zusammen mit anderen Angehörigen der Opfer die Initiative „19.02.2020“.

Er las aus seinem Buch vor, in dem die vier Forderungen aufgelistet sind, die sie direkt am Anfang formuliert hatten: Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenz.

 

Für die Erinnerung und Aufklärung sind Veranstaltungen wie diese oder der Hashtag #SayTheirNames wichtig. Außerdem war Vili Viorel Paun ein bedeutender Teil davon. Er hatte bei dem Anschlag große Zivilcourage gezeigt, indem er versuchte, den Täter mit seinem Auto zu stoppen und sich dabei opferte. Said Etris Hashemi erklärte, wie die Initiative es geschafft hatte, dafür zu sorgen, dass er immerhin ein Denkmal bekam, da er anfangs nicht gewürdigt wurde.

Um für Gerechtigkeit und Konsequenz zu sorgen, führte Hashemi mithilfe der Initiative und verschiedener Journalistinnen und Journalisten einen langjährigen rechtlichen Kampf, den sie schließlich beendeten, nachdem ein Untersuchungsausschuss für den Anschlag eingerichtet worden war.
Ein Gerichtsprozess war nicht möglich, da der Täter sich nach der Tat selbst erschossen hatte.

Der Fakt, dass der Anschlag erst fünf Jahre her ist, zeigt, dass der Kampf gegen den Rechtsextremismus noch lange nicht vorbei ist. Menschen wie Said Etris Hashemi machen tagtäglich darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, aufgeklärt zu sein und aktiv gegen Rechtsextremismus vorzugehen.

Wir bedanken uns herzlich bei Monika Wittkowski und Said Etris Hashemi, dass sie sich Zeit genommen haben, um uns aufzuklären.

 

Geschrieben von Sumaiya S.