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Szenische Lesung zu den Eichmann-Protokollen

Vergangenen Montag konnten die Geschichtskurse der Q-Phase im Auditorium eine szenische Lesung der Eichmann-Protokolle durch die Hannoverschen Kammerspiele ansehen. Adolf Eichmann war während der Zeit des Nationalsozialismus Leiter für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden in Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg floh er nach Argentinien, wo er mehrere Jahre unter einem falschen Namen weiterlebte. 1960 wurde er vom Mossad, dem israelischen Geheimdienst, entführt und anschließend nach Israel gebracht. Dort wurde er nach einem ausgiebigen Prozess zum Tode verurteilt. Das Protokoll des Gerichtsverfahrens wurde später dann veröffentlicht. Ausgewählte Seiten daraus wurden uns in der szenischen Lesung vorgetragen. Bei den Schülern kam das sehr gut an, da der Umgang mit NS-Verbrechern nach Ende des Zweiten Weltkriegs und während der Zeit der BRD auch im Unterricht thematisiert wurde. Die Lesung konnte darauf gut aufbauen und viele Interessen wecken. Im Anschluss konnten die Geschichtskurse ins Gespräch mit den beiden Darstellern kommen. Dabei wurde schnell festgestellt, welche Problemfragen sich bei der Verurteilung eines sogenannten Schreibtischtäters ergeben. Es stellt sich die Frage, wie man gegen jemanden vorgeht, der persönlich nie eine Waffe gegen andere gerichtet hat, aber dennoch für die Organisation der Vernichtung Tausender verantwortlich war. Auch die Ungerechtigkeit bei der Entschädigung der Opfer in den Nachkriegsjahren wurde thematisiert. Insgesamt hat die szenische Lesung der Eichmann-Protokolle allen einen guten Einblick in den Inhalt eines Prozesses gegen einen hochrangigen NS-Straftäter gegeben und für viel Stoff zum Nachdenken gesorgt.

Sonja Lührsen (Q3)

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